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- Ein paar Gedanken über’s Singen
Gerne erinnere ich mich an die Kindheit, in welcher wir viel gesungen haben. Beim Abtrocknen, während langer Autofahrten, beim Wandern, auf dem Skilift; Singen war für uns ein natürliches Lebenselexier.
Heute höre ich oft von KindergärtnerInnen und LehrerInnen, dass die Kinder nicht mehr so gut singen können. Kein Wunder, sie machen es einfach weniger, es fehlt ihnen die Uebung. Im Auto wird eine CD eingelegt, den Abwasch und das Abtrocknen erledigt die Maschine, der Skilift ist vielerorts durch riesige Gondeln ersetzt worden, in welche die Menschen wie Essiggurken hineingepfercht werden, sodass vielfach eine Atmosphäre entsteht, die einem kaum zum Singen animiert.
Wie ich älter wurde, verlor sich mein Singen mehr und mehr. Es mangelte mir an Gelegenheiten, worauf ich es sozusagen vergessen habe. Erst durch das Kennenlernen meines Mannes vor knapp 20 Jahren, bekam das zusammen Singen wieder sein Plätzchen in meinem Leben, wodurch ich mir wieder bewusst wurde, wie glücklich es einem machen kann. Ein Glück, welches ich gerne mit anderen Menschen teile, denn dieses Geschenk ist für alle zugänglich.
Ein: „ich kann nicht singen“ zu hören tut mir irgendwie weh, da hinter dieser Aussage vielfach eine Verletzung verborgen liegt. Meines Erachtens ist es ein Irrtum zu meinen „ich kann nicht singen“, nur weil ich die Töne, die eine fremde Person aufgeschrieben hat, weder lesen noch so wiedergeben kann, wie es diese Person gemeint hat. Notenliesenkönnen ist eine nützliche und wichtige Sache, aber es ist nicht alles. Es gibt für mich auch noch einen anderen Aspekt der Musik: das eigene Erleben, die Berührung der Töne, welche alle Zellen des Körpers in Schwingung zu versetzen vermag, das Gefühl des flows, des Glücks.
Ausserdem hängt das „richtig singen können“ auch ganz wesentlich damit zusammen, wie man sich innerlich selber hört, sodass es in manchen Fällen auch schlicht organische Disfunktionen sind, wenn jemand eben die Töne nicht so richtig „tüpft“.
In meinen Chören mit kleinen Kindern klingt es selten rein. Bei 10 Kindergartenkindern tönt es hie und da 7-stimmig. Was solls? Die Kinder singen und sie lernen sich und andern zuhören, denn Singen hat viel mit hinhören zu tun. Sie spüren den Rhythmus, sie fühlen die Energie der zusammen erzeugten Töne in der Gruppe was spielt es da für eine Rolle, ob sie alle das eingestrichene a oder was auch immer singen? Durch ihr Tun, dem Horchen, dem Nachspüren, dem Klatschen, Hüpfen und Tanzen werden sie automatsich, völlig spielerisch, von alleine immer besser. Die Freude am Singen verkittet so manche Schwachstelle und lässt andere auch gänzlich übersehen.
In „Singen Balsam für Körper und Seele“ habe ich in etwa so alle für mich wichtigen Punkte übers Singen zusammengefasst. Ich habe versucht mich kurz zu fassen, denn über jeden dieser Punkte kann man auch ganze Bücher schreiben. (siehe Literaturhinweise).
Literaturhinweise:
Schwingung und Gesundheit Wolfgang Bossinger, Raimund Eckle Traumzeit Verlag
Die heilende Kraft des Singens Wolfgang Bossinger Traumzeit Verlag
Nada Brahma Die Welt ist Klang Joachim-Ernst Berendt Ro ro ro Verlag
(in diesem letztgenannten, hervoragenden Buch geht es nicht primär ums Singen, sondern wie es der Titel sagt: um Klingen und Schwingen in der Schöpfung)
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